Fauna
Frühjahrsanbruch in den Bergen: Weithin ist das Klopfen der Spechte zu hören, während mächtige Raubtiere wie der Europäische Braunbär die Wälder zu durchstreifen beginnen...

Mit 364 Vogelarten, 191 Fischarten, 30 Reptilienarten und 102 Säugetierarten gehört Rumäniens Tierwelt zu den artenreichsten auf dem Kontinent. Allein im Königstein-Nationalpark sind 109 Vogelspezies angesiedelt. Beobachten kann man dort unter anderem Steinadler (Aquila chrysaetos), Mäusebussard (Buteo buteo), Habicht (Accipiter gentilis), Sperber (A. nisus), Baumfalke (Falco subbuteo), Wanderfalke (Falco peregrinus), Turmfalke (Falco tinnunculus) und Steinkauz (Athene noctua). In Schluchten und an Felshängen sieht man ferner Mauerläufer (Tichodroma muraria), Alpenbraunellen (Prunella collaris), Mauersegler (Apus apus), Alpensegler (Apus melba) und Steinröteln (Monticola saxatilis).

Die Karpaten trennen Transsilvanien vom übrigen Rumänien. In dieser Berglandschaft findet man in malerischer Umgebung eine erstaunliche Vielzahl von Arten: Auerhahn, Haselhuhn, Mauerläufer, Ringdrossel, Tannenhäher, Alpenbraunelle, Ohrenlerche, Felsenschwalbe, Alpensegler, Zippammer, Stein- und Kaiseradler sowie Spechte, um nur einige zu nennen. An den Bergseen sind weitere interessante Spezies beheimatet, etwa Wachtelkönig, Wachtel, Raubwürger, zahlreiche Singvögel, Weiß- und Schwarzstorch, Schelladler, Schreiadler, Schlangenadler und andere Raubvögel.

Mehr als 40 % der etwa 100 Säugetierarten Rumäniens kommen am Königsteinmassiv vor. Bislang wurden 17 Fledermausspezies identifiziert; als Unterschlupf dienen ihnen die unzähligen Höhlen und alten Bäume im Nationalpark. Viele sind streng geschützt, sechs sogar als Arten von gemeinschaftlicher Bedeutung eingestuft (Große Hufeisennase, Rhinolophus euriale, Bechsteinfledermaus, Großes und Kleines Mausohr, Mopsfledermaus).

Die rumänischen Karpaten sind die einzige europäische Region, in der noch wesentliche Populationen aller drei großen Raubtiere – Braunbär, Wolf und Luchs – zu finden sind: 50 % der Bären, 35 % der Wölfe und 30 % der Luchse in Europa wurden hier gezählt.

Untersuchungen zufolge nutzen die Tiere drei Korridore zwischen dem Königstein und Bucegi-Gebirge; diese Refugien sollen nun unter Schutz gestellt werden.

Mit einer außerordentlichen Vielfalt lockt auch das Reich der Wirbellosen. Das Augenmerk der Forschung richtet sich insbesondere auf 35 endemische und 91 wissenschaftlich bislang nicht erfasste Arten. Zwei endemische Spezies seien erwähnt: Nesticus constantinescui (Arahnida) und Rhagidia carpatica (Arahnida, Acari). Am und um den Königstein ist eine Vielzahl von Schmetterlingen zu Hause: Bislang wurden über 216 Arten gezählt - darunter einige sehr seltene bzw. endemische Arten. Einige Beispiele: Psodos coracinus dioszeghy, eine Subspezies des Nordischen Alpenspanners, Apamea zeta sandorokovacsi, eine Unterart der Alpen-Grasbüscheleule, und Erebia pronoe, eine Schmetterlingsart, die nur am Königstein und im Bucegi-Gebirge vorkommt
Flora
Unberührte Wildnis - kilometerweit nichts als Natur pur. Atemberaubend. Unverfälscht.

Seinen Artenreichtum verdankt der Königstein den vielfältigen Bedingungen, die in dieser Bergregion herrschen. Zahlreiche Gebirgs- und Alpinarten finden auf über 2.200 Höhenmetern den für sie optimalen Lebensraum. Weiter erhöht wird die Biodiversität durch das Zusammenspiel aus Wäldern, Felshängen, Geröll, Wiesen und kleinen Sumpfgebieten – ein echtes Paradies für Pilze, Moose, Flechten und Blumen.
Das rumänische Artenregister verzeichnet 3.136 Eintragungen. Insgesamt 1.118 Pflanzenarten und -unterarten wurden am Königstein gefunden – mithin sind über 30 % aller rumänischen Spezies hier angesiedelt. 181 stehen sogar als endemische, seltene oder gefährdete Spezies auf der rumänischen Roten Liste.
Hier einige der bekanntesten geschützten Pflanzen, die eine Wanderung durch die Gegend in den Sommermonaten zum unvergesslichen Erlebnis machen: Königstein-Nelke, Eibe, Echte Engelwurz, Schwarzes Kohlröschen, Rotes Kohlröschen, Papaver alpinum ssp. corona-sancti-stefani, Alpenleinkraut, Edelweiß, Europäische Trollblume, Rhododendron myrtifolium, Rhododendron kotschy, Wiesensiegwurz, Gelber Enzian, Königsblume und Heideröschen. Zudem hat der Königstein-Nationalpark eine beeindruckende Zahl wilder Orchideen zu bieten.